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Die Welternährung im Blick

Mithilfe der Pflanzenzüchtung ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Nahrungsversorgung in Europa sicherzustellen. Sie bietet die Grundlage, die Welternährung der Zukunft mitzugestalten. Bis 2050 werden mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben – fast drei Milliarden mehr als heute. Schon jetzt müssen Menschen in Entwicklungsländern 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrung ausgeben. Wenn sich die Preise auch nur minimal verteuern, hat das für die Menschen in ärmeren Ländern verheerende Auswirkungen.

Schaubild: 1950 - 2050 verfübare Ackerfläche in Relation zu Bevölkerung

Wir Pflanzenzüchter entwickeln und erforschen Kulturpflanzen, die auch auf bisher ungenutzten Flächen angebaut werden können. Denn Hunger ist nicht nur ein Verteilungsproblem: Die Ackerflächen sind begrenzt und jedes Jahr gehen 15 Millionen Hektar fruchtbares Land durch Erosion verloren. Um die explodierende Nachfrage nach Nahrungsmitteln in Zukunft zu decken, müssen wir Wege finden, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Mit der Entwicklung innovativer Sorten, die auf sehr trockenen, feuchten oder versalzenen Ackerflächen gedeihen, leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur weltweiten Hungerbekämpfung. So können Anbaugebiete erschlossen werden, die bisher nicht nutzbar waren. Gleichzeitig helfen wir dabei, Ackerflächen in Zeiten des Klimawandels zu erhalten.

Ressourcen nutzen, Verantwortung übernehmen


Seit vielen Jahren tragen wir unseren Teil zur Hungerbekämpfung bei, indem wir widerstands- fähige, ertragreiche und gesunde Pflanzen züchten sowie Forschungskooperationen mit Entwicklungsländern eingehen. Unsere Arbeit schafft die Grundlage dafür, dass mehr und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel produziert werden können, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Wir forschen und entwickeln mit Hochdruck weiter. Denn wir wissen, wie wichtig unsere Ergebnisse für Menschen auf der ganzen Welt sind.

Was Pflanzenzüchter leisten:

  • Wir entwickeln innovative Sorten, die auf sehr trockenen, feuchten oder versalzenen Ackerflächen gedeihen.
  • Wir ermöglichen so die Erschließung neuer und den Erhalt bestehender Ackerflächen.
  • Wir züchten gesunde und widerstandsfähige Pflanzen.
  • Wir sorgen dafür, dass die Pflanzen effizient und wirtschaftlich angebaut werden können.
  • Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Erträge der Pflanzen zu steigern.

Leistungsfähigkeit und Investition in der deutschen Pflanzenzüchtung

1998/19992002/20032007/2008*
Züchter mit Zuchtprogramm515060
Zuchtgartenfläche (ha)3.8043.6774.385
Gewächshausfläche (m2)68.00073.000129.593
Personal im FuE-Bereich2.0012.1412.303
Personal in der gesamten Pflanzenzüchtung2.8793.8804.670
FuE-Quote16,216,916,1
* inkl. Gemüse und Zierpflanzen

Hungerbekämpfung ist die Herausforderung Nummer eins für die Weltgemeinschaft

Weltweit leidet laut FAO fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien. Vom Millenniumsziel von 1990, die Hungerzahlen bis 2015 zu halbieren, ist man weit entfernt. Heute gibt es mehr Hungernde als vor 20 Jahren. Mit steigenden Einkommen ändern sich Ernährungsgewohnheiten. Die Nachfrage nach so genannten höherwertigen Lebensmitteln steigt. So hat sich z. B. der Pro-Kopf-Fleischkonsum in China binnen 15 Jahren verdoppelt. Das Problem: Um ein Kilogramm Rindfleisch essen zu können, müssen acht Kilogramm Getreide verfüttert werden. Pro Jahr gehen weltweit 15 Millionen Hektar Ackerland durch Erosion verloren – und das bei begrenzter Ackerfläche.